Wege des Aussterbens – Eingeschleppte Arten
Ebenfalls ein altes Problem stellen eingeschleppte Arten dar. Gerade für abgelegene Insel-Ökosysteme brachte unsere Fähigkeit, mit Booten neben Menschen auch andere Tiere wie Hunde, Schweine und Ratten über Ozeane zu transportieren, manchen Artenkollaps mit sich. Oftmals haben die eingeschleppten Arten keine natürlichen Feinde im neuen Habitat und haben dadurch im Kampf um Lebensraumressourcen unschlagbare Vorteile.
Ein Beispiel aus dem Vogelsaal ist die Zahntaube aus Samoa. Ihre Nester wurden so stark von eingeschleppten Schweinen zerstört, dass nur eine Verhaltensänderung der Tiere dazu geführt hat, dass sie nicht das Schicksaal des mit ihnen verwandten Dodo teilen: Die Bodenbrüter begannen, ihre Nester in Bäumen zu bauen. Dort werden sie allerdings immer noch durch Ratten geplündert, so dass die Art seit Jahrzehnten kurz vor dem Aussterben steht.
Manchmal können aber auch invasive Insekten große Probleme verursachen. Auf Maui wurden so unter anderem auch Mücken eingeschleppt, die wiederum Vogelmalaria-Erreger in sich trugen. Das führte zum Aussterben vieler einheimischer Vögel ohne Resistenz. Die einzigen Vogelarten, die überdauerten, lebten in größerer Höhe an den Vulkanbergen, wo es für die Mücken zu kalt war. Im Zuge der Klimaerwärmung fliegen die Mücken aber immer höher und bedrohen so bisher verschonte Arten.
