Wege des Aussterbens – Jagd
Schon seit gut 40.000 Jahren bringen Menschen als völlig neuartige Raubtiere mit Kontrolle über Feuer, Fernwaffen und zahme Wölfe Arten zum Verschwinden. Man spricht hier von einer aktiven Ausrottung durch Überjagung. Beispiele für so verschwundene Spezies sind bekannte Tiere der eiszeitlichen Megafauna, wie Höhlenbär, Mammut und Riesenfaultier, aber auch Riesenvögel wie der madagassische Elefantenvogel oder die Moas von Neuseeland.
Berühmtes Beispiel im Vogelsaal ist die Wandertaube, deren Bestand durch die als Sportevent organisierte massenhafte Bejagung in wenigen Jahrzehnten von gut einer Milliarde Tiere auf Null zusammenbrach. Auch das Quagga, eine Unterart des Steppenzebras, wurde durch Überjagung aktiv ausgerottet. Eines von weltweit 23 heute noch existierenden Quagga-Präparate finden Sie hinter der Sonderausstellung – und auf unserem Logo.
Nach den Jagd-Exzessen des neunzehnten und frühen zwanzigsten Jahrhunderts setzte zum Glück ein Umdenken ein. 1931 war der Grönlandwal, dessen Unterkiefer im Vogelsaal zu bewundern sind, die erste weltweit unter Schutz gestellte Tierart. Wilderei spielt allerdings immer noch eine Rolle, und in die gleiche Kategorie fällt auch der Handel mit wilden Singvögeln vor allem in Südostasien, der dort viele Vogelarten bedroht – wie beispielsweise diese Buschelster aus dem Vogelsaal.
